Veröffentlicht: 22.11.2012 unter Kreisverband, OV - Schönebeck, OV - Staßfurt, Salzlandkreis

Hermann-Kasten-Preis 2012

Staßfurt l In einer Feierstunde in der Aula des Bildungszentrums Nord in Staßfurt, an der der stellvertretende Kreistagsvorsitzende Eberhard Müller (SPD) und Staßfurts Oberbürgermeister René Zok teilnahmen, wurden die Fünftklässler der Sekundarschule Hermann Kasten offiziell als “Hermann-Kasten-Schüler” aufgenommen. Schulleiter Bernhard Polefka konnte dazu mit besonderer Freude die letzte noch lebende Enkelin des ehemaligen Staßfurter Bürgermeisters Hermann Kasten, Bärbel Döring aus Schönebeck, begrüßen.

“Es sind viele positive Eigenschaften von Hermann Kasten, die es wert sind, dass ihr ihm nacheifert”, rief der Schulleiter den Mädchen und Jungen, die als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zu den Hermann-Kasten-Schülern eine Urkunde erhielten, zu. Die Schulleitung erwarte von ihnen Einsatzbereitschaft, Freude am Erreichten und die Tatsache, dass sie an einer Schule ohne Rassismus, an einer Schule mit Courage lernen, nicht aus den Augen zu verlieren. Zudem forderte Polefka die Fünftklässler auf, sich mit den Aufgaben, die Hermann Kastens Nachfolger, der heutige Oberbürgermeister zu erledigen hat, intensiv zu beschäftigen. Bärbel Döring reichte jedem der Schüler die Hand und wünschte sich von ihnen, dass sie stets für Toleranz und Weltoffenheit eintreten.

Das war auch das Motto des diesjährigen Hermann-Kasten-Preises, den der SPD-Kreisvorstand des Salzlandkreises zum wiederholten Mal ausgelobt hatte. In diesem Jahr ging der erste Preis an die ehemaligen Schüler der Klasse 6a der Sekundarschule Hermann Kasten und blieb damit in der Stadt. Ihr Projekt bestand aus drei Kurzfilmen. Im ersten wurde eine Erpressung dargestellt durch ein peinliches Handyvideo. “Den Opfern wird Geld abgenommen unter Androhung, das Video ins Internet zu stellen. Mit einer List und der Hilfe anderer Schüler gelingt es, das Video zu löschen und die Täter zur Einsicht zu bringen”, sagte das Mitglied des SPD-Kreisvorstandes. Nadine Schmidt, die die Laudatio hielt.

Im zweiten Film bekommt die Schulklasse eine neue Schülerin. Sie wird von einzelnen Schülern aufgrund ihrer Andersartigkeit gemobbt. Als eine Freundin die neue Schülerin bittet, alte Bilder aus New York auf ein soziales Netzwerk hochzuladen, macht das Mädchen den Fehler, ihre Fotos für jeden und nicht nur für ihre Freunde sichtbar zu machen. Die beiden Mobber laden sich das Bild runter, bekritzeln und hängen es in der Schule aus. Nach einem Gespräch mit einer Vertrauensperson bekommen sie dafür eine Strafe.

Im dritten Filmbeitrag wird ein Konkurrenzkampf zwischen zwei Jungs und einem Mädchen gezeigt. Als sich das Mädchen für einen von beiden entscheidet, ist der andere Junge so verletzt, dass er den Rivalen bedroht. Durch ein Gespräch zwischen den dreien schlichtet sich der Streit, und der Junge entschuldigt sich bei allen.

Über den zweiten Preis können sich die Schüler der jetzigen zehnten Klassen des Gymnasiums Stephaneum Aschersleben freuen. Sie beleuchteten in Workshops, welche Rolle der 9. November 1918, 1938 und 1989 in ihrer Heimatstadt Aschersleben gespielt hat. Die Auszeichnung nahmen stellvertretend Florian Helmecke und Niklas Bormann in Staßfurt entgegen.

Der dritte Preis ging in diesem Jahr an die ehemalige 6c der Sekundarschule Maxim Gorki in Schönebeck, von der aufgrund eines längerfristig geplanten Ausfluges niemand zur Verleihung nach Staßfurt kommen konnte.

“Die Schüler dieser Klasse fertigten ein Plakat über ihre Erlebnisse im Harz an und dokumentierten diese außerdem mit einem Film. Der Titel des Projektes lautete: ,Wir sind auf dem Weg’. Zusätzlich malten sie noch ein Bild von einem Fuchs und einem Igel, die mit Schwertern bewaffnet sind und in die Mitte des Bildes wurde das Gedicht ,Bewaffneter Friede’ von Wilhelm Busch geschrieben. Außerdem wurde eine riesige Schriftrolle gestaltet, die den Titel ,Vertrag für die Weltwohngemeinschaft’ trägt und auf der die Grundprinzipien eines friedlichen Miteinanders zu sehen sind”, berichtete Schmidt.

“Von den Schülern sind sehr gute und zeitnahe Themen gewählt worden”, lobte Staßfurts SPD-Stadtchef Michael Hauschild. Mittlerweile sei eine sehr gute Beteiligung von Schulen aus dem gesamten Salzlandkreis zu verzeichnen. Im Anschluss an die Siegerehrung versammelten sich die Schüler, Preisträger und Gäste am Ehrenmal für Hermann Kasten zu einer Schweigeminute.Dass ihr Opa, der 1933 von einem Gymnasiasten und SA-Mitglied erschossen wurde, so geehrt wird, findet Bärbel Döring sehr gut. “Ich bin sehr stolz darauf, dass man die Vergangenheit wachhält, denn es gibt so viele Tendenzen, die in die andere Richtung gehen”, sagte sie der Volksstimme.

Quelle: Volksstimme

Die Preisträger 2012:

1.Preis: Hermann Kasten Sekundarschule Staßfurt, Klasse 6a
Gewalt in den Medien
2.Preis: Gymnasium Stephaneum Aschersleben, alle 9. Klassen Workshops zum Thema 09.November (1918,1938 und 1989)
3. Preis Sekundarschule Maxim Gorki Schönebeck Elbe, Klasse 6c Wir sind auf dem Weg
Veröffentlicht: 19.10.2012 unter OV - Bernburg, SPD Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis

Finanzminister Bullerjahn stellt Bericht an Stabilitätsrat vor

Finanzminister Jens Bullerjahn hat dem Kabinett am Dienstag den Bericht an den Stabilitätsrat vorgestellt. Mit dem Papier legt das Land nunmehr zum dritten Mal Rechenschaft vor dem Stabilitätsrat ab einem gemeinsamen Gremium von Bund und Ländern. Zur Beurteilung von aktueller Haushaltslage und Finanzplanung nutzt der Stabilitätsrat Kennziffern, die für Sachsen-Anhalt in der Gesamtschau nach den Berechnungen des Landes keine Auffälligkeiten zeigen. „Nach unserer Einschätzung droht dem Land damit nach den Maßstäben des Stabilitätsrates auch in diesem Jahr keine Haushaltsnotlage. Das ist für uns das wichtigste Ergebnis des aktuellen Berichtes“, sagte der Minister. Der Bericht wird Gegenstand der Beratungen des Stabilitätsrates im Herbst (voraussichtlich am 24.10.2012) sein. Dort wird dann auch endgültig die Haushaltslage des Landes beurteilt. Für Sachsen-Anhalt bedeutet das, dass das Land mit der Konsolidierung des Haushaltes auf dem richtigen Weg ist. Jens Bullerjahn erinnerte in diesem Zusammenhang an den aktuellen Doppelhaushalt 2012/2013: Danach will das Land bekanntlich bereits ab diesem Jahr ohne neue Schulden auskommen und ab 2013 in die Tilgung einsteigen. „Trotzdem werden wir bei unseren Konsolidierungsbemühungen nicht nachlassen“, sagte Jens Bullerjahn. Zur Unterstützung der Haushaltskonsolidierung erhält Sachsen-Anhalt bis 2020 insgesamt 720 Millionen Euro Konsolidierungshilfen von der bundesstaatlichen Gemeinschaft. Im Gegensatz zu den anderen vier Konsolidierungsländern Berlin, Bremen, Saarland, und Schleswig-Holstein musste Sachsen-Anhalt aber bislang kein Sanierungsprogramm mit dem Stabilitätsrat vereinbaren. Minister Bullerjahn machte in diesem Zusammenhang auch deutlich: „Das bisherige gute Abschneiden des Landes bedeutet nicht, dass diese positive Einschätzung ein Selbstläufer für die Zukunft ist. Dass das Land relativ gut abschneidet, liegt auch an der derzeit noch überproportional hohen Finanzausstattung.“ Der Rückgang der Hilfen von Bund und EU bis 2020 sowie die Einnahmeausfälle, die aus dem Bevölkerungsrückgang resultieren, engen die finanzpolitischen Spielräume schon heute erheblich ein. Hinzu kommt der viel zu hohe Schuldenstand des Landes.Für die weitere Konsolidierung des Landeshaushaltes sei es deshalb zwingend erforderlich, die beschlossenen Eckwerte für die nächsten Jahre einzuhalten, sagte der Finanzminister. „Nur dadurch kann der Konsolidierungspfad erfolgreich weiter beschritten werden.“ Hintergrund zum Stabilitätsrat: Der 2010 gegründete Stabilitätsrat ist ein gemeinsames Gremium des Bundes und der Länder zur Vermeidung von Haushaltsnotlagen. Seine Einrichtung geht auf die Föderalismusreform II zurück. Zusammen mit der Einführung der Schuldenbremse stärkt der Stabilitätsrat die institutionellen Voraussetzungen zur Sicherung langfristig tragfähiger Haushalte im Bund und in den Ländern. Der Stabilitätsrat überwacht gemäß Artikel 109a des Grundgesetzes regelmäßig die Haushalte des Bundes und der Länder. Er stellt fest, ob in einer Gebietskörperschaft eine Haushaltsnotlage droht. Ist dies der Fall, vereinbart er mit der betroffenen Gebietskörperschaft ein Sanierungsprogramm.

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Quelle: BBGLive

Veröffentlicht: 29.09.2012 unter Bund, Kreisverband, Ortsvereine, SPD Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis

150 Jahre SPD sollen gefeiert werden

Im nächsten Jahr wird gefeiert. So zumindest hat es SPD-Urgestein Wulf Bohrmann vor. Es ist Parteigeburtstag. Die Sozialdemokratische Partei wird 150 Jahre alt. So alt wie keine andere parlamentarische Partei.Die regionaleGeschichte soll dabei ebenso eine Rolle spielen wie jene in Deutschland. Die lange Geschichte ist nicht frei von Brüchen, wie Bohrmann sie nennt. Sei es der fehlende Mut vor den Kriegen oder bei dem Zusammenschluss in der russischen Besatzungszone zur SED. Doch die Erfolge, ob im Untergrund während der Kriege oder wenn es um Rechte der Frauen und Arbeiter ging, zählen ebenso zur Geschichte. Das alles soll sich widerspiegeln. So soll es keine Party der Selbstbeweihräucherung und Lobreden werden. Dazu gebe es Anlass genug, aber es seien nicht nur glänzende Zeiten gewesen, die die Sozialdemokraten durchmachten. “Die Partei hat Fehler gemacht und das kann man nicht wegwischen”, so Bohrmann. Bohrmann will auf alle Fälle thematisch vorgehen und in Zeitabständen die Geschichte mit Vorträgen untermauern. Seine Wunschliste ist interessant, was die Redner betrifft. Franz-Josef Möllenberg steht ganz oben. Möllenberg ist Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Sie ist nur zwei Jahre jünger als die SPD, die 1863 als Allgemeine Deutsche Arbeiterpartei in Leipzig gegründet wurde und 1875 sich mit der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei vereinigte. Vorläufer der NGG war der 1865 in Leipzig gegründete Allgemeine Deutsche Cigarrenarbeiter-Verein. Es war erstmals, dass sich Arbeiter organisierten und somit gilt die NGG als älteste Gewerkschaft Deutschlands. Doch auch CDU-Landtagsabgeordneter Jürgen Weigelt soll zu einem Thema etwas sagen, und den Linken-Bundestagsabgeordneten Jan Korte kann sich Bohrmann auch vorstellen. Ob er den einstigen SPD-Bundeschef Oskar Lafontaine an die Saale bekommt, ist freilich ungewiss. “Das wäre schon eine Nummer”, sagt Bohrmann, der Lafontaine seit 1968 kennt und den er zu seinen Freunden zählte. In letzter Zeit freilich, sei es etwas ruhig geworden, sagt Bohrmann. Wichtig für ihn sei, sagt er, dass im nächsten Jahr vielleicht einmal im Monat ein Vortrag zu einem wichtigen Thema oder einen historischen Zeitabschnitt gesagt werden kann. So will Bohrmann, der seine Vorstellungen gestern bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsverbandes mitteilte, es auch dem Landesvorstand vorschlagen.

Wulf Bohrmann

Veröffentlicht: 20.09.2012 unter OV - Aschersleben, SPD Sachsen-Anhalt, Salzlandkreis

Bildung in „Kitas“ fördern – Sozialminister Norbert Bischoff in Aschersleben

Über fünfzig Erzieherinnen und Eltern haben am Bürgerforum zur Reform der Kinderbetreuung am 17. September 2012 im Aschersleber Bestehornhaus teilgenommen.
Arbeits- und Sozialminister Norbert Bischoff begann seine Vorstellung des Projekts mit der Feststellung, dass sich in den ersten Lebensjahren die Lernfähigkeiten entwickeln. Kinder bringen Neugierde mit. Hinzukommen müssen Erfolge und die Entwicklung des Selbstwertgefühls: „Was sie mit Freude machen, bleibt hängen.“ Bischoff brachte zum Ausdruck, wie sehr er die Arbeit der Erzieherinnen respektiert. Ein wesentlicher Aspekt der geplanten Reform ist die Erhöhung der für die Kinderbetreuung zur Verfügung stehenden Landesmittel. Das versteht sich in Zeiten der Haushaltskonsolidierung nicht von selbst. Von den zusätzlichen Mitteln werden 12 Mio. € darauf verwandt, den Ganztagsanspruch für alle Kinder wiederherzustellen, unabhängig vom Erwerbsstatus der Eltern. Die Erfahrung zeigt, dass Eltern, die keine Arbeit haben, mit der Erziehung ihrer Kinder oft (psychisch) überfordert sind.
Für alle Kinder sollen Kindereinrichtungen nicht nur Betreuungsstätten sein, sondern es geht auch um „Bildung elementar“. Damit dieses Anliegen besser verwirklicht werden kann, sieht der Gesetzentwurf der Landesregierung ein zusätzliches Stundenkontingent vor. Das kann in der jeweiligen Einrichtung flexibel eingesetzt werden. Das erweiterte Stundenkontingent eröffnet Gestaltungsmöglichkeiten, sei es für die Vor- und Nachbereitung von Bildung, sei es für einen abgesenkten Betreuungsschlüssel. Die zusätzlichen Aufwendungen für „Bildung elementar“ sind mit 40 Mio. € sehr viel höher als die Kosten der Rückkehr zum Ganztagsanspruch für alle Kinder. Wichtig ist auch, dass über die Umsetzung in den Einrichtungen beraten wird.
Weitere Anliegen, die mit dem Gesetzentwurf der Landesregierung verfolgt werden, sind die finanzielle Entlastung von Mehr-Kind-Familien bei den Elternbeiträgen, auch im Interesse der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und die Erweiterung des Fachkräftebegriffs auf alle Berufe, die mit Kindheit und Pädagogik zu tun haben.
Als offene Frage wird z.B. diskutiert, wer auf kommunaler Ebene für die Planung und Sicherstellung der Kinderbetreuung zuständig sein soll, ob diese Aufgaben bei den Gemeinden oder Kreisen gebündelt oder weiterhin beiden kommunalen Ebenen zugeordnet sein sollen. Unstrittig ist dabei, dass weiterhin sowohl die Gemeinden als auch die freien Träger die Einrichtungen der Kinderbetreuung vorhalten können.
Zu den Fragen, die im Laufe des Bürgerforums kritisch erörtert wurden, gehört auch die nach der Dauer des Ganztagsanspruchs. Während der Gesetzentwurf von zehn Stunden ausgeht, gibt es auch Stimmen, die acht Stunden für ausreichend halten, ergänzt um eine zusätzliche Betreuungszeit für Kinder von Eltern, deren Berufstätigkeit einen zeitlichen Mehraufwand erfordert. Das würde aber einen erhöhten Verwaltungsaufwand mit sich bringen, und wiederum eine Unterscheidung zwischen Kindern berufstätiger und nicht berufstätiger Eltern, die ja aufgehoben werden soll.
Wer sich über den aktuellen Stand der Diskussion zu dem Gesetzesvorhaben informieren will, kann dies auf der Homepagewww.landtag.sachsen-anhalt.de tun. Der Gesetzentwurf der Landesregierung ist dort als Drucksache 6/1258 einzusehen, die erste Beratung im Plenarprotokoll 6/28. Auch das Protokoll der öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Arbeit und Soziales am 12. September 2012 wird dort veröffentlicht.
(Foto: © Kurt Neumann)